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Ältere wollen arbeiten – doch der Arbeitsmarkt bremst sie aus

Angesichts des Fachkräftemangels wird in Österreich zunehmend gefordert, dass Menschen länger im Erwerbsleben bleiben. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein Widerspruch: Viele ältere Arbeitssuchende haben trotz ihrer Erfahrung Schwierigkeiten, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Menschen über 50 Jahre stoßen am Arbeitsmarkt häufig auf Vorurteile. Sie gelten in manchen Unternehmen als weniger flexibel, teurer oder weniger belastbar als jüngere Bewerber. Dadurch werden Bewerbungen älterer Fachkräfte oft frühzeitig aussortiert, obwohl diese über wertvolle Berufserfahrung und umfangreiches Know-how verfügen.

Experten weisen darauf hin, dass politische Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit nur dann erfolgreich sein können, wenn Unternehmen gleichzeitig bereit sind, ältere Beschäftigte einzustellen und langfristig zu halten. Andernfalls entsteht eine Situation, in der von älteren Menschen erwartet wird, länger zu arbeiten, sie jedoch kaum Chancen auf eine Beschäftigung erhalten.

Diskutiert werden daher verschiedene Ansätze, um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu fördern. Dazu gehören finanzielle Anreize für Unternehmen, die gezielt ältere Personen einstellen oder beschäftigen, ebenso wie mögliche Bonus-Malus-Systeme oder Beschäftigungsquoten. Ziel solcher Maßnahmen ist es, Altersdiskriminierung abzubauen und die vorhandenen Arbeitskräftepotenziale besser zu nutzen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Während die Zahl der Erwerbstätigen sinkt und gleichzeitig viele erfahrene Fachkräfte in Pension gehen, wird es für Wirtschaft und Gesellschaft immer wichtiger, ältere Arbeitnehmer:innen stärker in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dafür braucht es jedoch nicht nur politische Reformen, sondern auch einen Kulturwandel in den Unternehmen.

Quelle: Der Standard (2026): „Ältere sollen arbeiten, finden aber keinen Job: Es braucht mehr Ansporn für Unternehmen“. Verfügbar unter: Der Standard (abgerufen am 02.06.2026).

Mehr ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Job halten – Unternehmen bleiben zurückhaltend

Die österreichische Bundesregierung möchte erreichen, dass ältere Menschen länger im Berufsleben bleiben. Hintergrund dafür sind unter anderem der Fachkräftemangel, die alternde Gesellschaft sowie die steigenden Kosten des Pensionssystems. Geplant sind deshalb steuerliche Anreize und Förderprogramme für Menschen über dem regulären Pensionsalter. Wer weiterhin arbeitet oder den Pensionsantritt verschiebt, soll künftig finanziell stärker profitieren. Dazu zählen etwa ein steuerlicher Freibetrag sowie geringere Sozialversicherungsbeiträge.

Der Artikel im Standard thematisiert jedoch auch die zentrale Herausforderung dieser Pläne: Viele Unternehmen beschäftigen ältere Arbeitnehmer:innen nur ungern. Gründe dafür sind Vorurteile gegenüber älteren Beschäftigten, höhere Lohnkosten, gesundheitliche Belastungen oder die Sorge, ältere Mitarbeitende seien weniger flexibel oder technisch weniger anpassungsfähig. Besonders schwierig wird es für Personen über 55 Jahren, nach einem Jobverlust wieder eine neue Stelle zu finden. Die Arbeitslosigkeit ist in dieser Altersgruppe oft langfristig.

Experten betonen daher, dass finanzielle Anreize allein nicht ausreichen. Zusätzlich brauche es Maßnahmen wie altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitszeitmodelle und einen Kulturwandel in Unternehmen. Die Regierung plant deshalb unter anderem Förderungen für Betriebe sowie Programme zur Qualifizierung älterer Arbeitskräfte. Gleichzeitig wird diskutiert, ob Unternehmen künftig stärker in die Verantwortung genommen werden sollen, mehr ältere Menschen zu beschäftigen.

Quelle:
Der Standard – „Die Regierung will mehr ältere Arbeitnehmer. Doch wer soll sie beschäftigen?“

Aktiv-Pension: Steuerentlastung für Pensionistinnen und Pensionisten

Die Bundesregierung hat die neue „Aktiv-Pension“ vorgestellt. Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die auch nach dem regulären Pensionsantritt freiwillig weiterarbeiten möchten. Dafür soll es spürbare steuerliche Entlastungen geben: Pensionistinnen und Pensionisten, die weiter berufstätig bleiben, sollen künftig keine Beiträge mehr zur Pensionsversicherung zahlen müssen und zusätzlich von einem steuerfreien Freibetrag profitieren. Laut Regierung bedeutet das deutlich mehr Netto vom Brutto. Gleichzeitig sollen ab 2027 zusätzliche Mittel in Weiterbildung und Beschäftigungsprogramme für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer investiert werden.

Details wurden uns auf Nachfrage beim Sozialministerium leider noch nicht mitgeteilt, aber wir bleiben dran.

Das ist im Moment bekannt: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/nachrichten-der-bundesregierung/2026/04/aktivpension-bringt-massive-steuerentlastung-fuer-pensionistinnen-und-pensionisten.html

AMS-Chefin Draxl: Ältere stärker als Arbeitskräfte sehen

Die Arbeitslosigkeit älterer Menschen steigt in Österreich deutlich an – besonders bei Frauen über 60. Hintergrund ist die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre. Gleichzeitig bleiben viele Beschäftigte länger im Berufsleben, während Arbeitssuchende dieser Altersgruppe oft nur schwer wieder einen Job finden.

AMS-Chefin Petra Draxl sieht dennoch Chancen: Viele Betriebe müssten erst verstehen, dass ältere Arbeitnehmer angesichts des Fachkräftemangels unverzichtbar seien. „Auch Menschen über 60 sind Arbeitskräfte“, betont Draxl. Vorurteile über mangelnde Leistungsfähigkeit oder Lernbereitschaft seien häufig unbegründet.

Mit Förderprogrammen wie der „Aktion 55plus“ unterstützt das AMS Unternehmen bei der Einstellung älterer Beschäftigter durch Lohnzuschüsse. Kritiker halten die Maßnahmen allerdings für zu schwach und fordern stärkeren Druck auf Betriebe, ältere Mitarbeiter nicht abzubauen.

Draxl zeigt sich dennoch optimistisch: In Ländern wie Dänemark seien Jobs für Menschen über 60 längst selbstverständlich. Österreich müsse hier umdenken – werde diesen Wandel aber in den kommenden Jahren ebenfalls erleben.

Länger arbeiten: Der Wandel muss in den Unternehmen beginnen

Die Politik verschärft die Regeln für den Pensionsantritt und setzt auf längeres Arbeiten. Gleichzeitig steigt jedoch die Arbeitslosigkeit bei Menschen über 50 weiter an. Viele wechseln nicht direkt aus dem Job, sondern über Krankenstand oder Arbeitslosigkeit in die Pension.

Entscheidend für einen echten Wandel seien daher weniger neue Gesetze als ein Umdenken in den Unternehmen. Gefragt ist ein modernes Generationenmanagement, das ältere Beschäftigte aktiv einbindet und den Übergang in spätere Berufsjahre neu gestaltet.

Statt Pension als abruptes Ende der Erwerbstätigkeit zu sehen, müssten Firmen flexible Modelle entwickeln: altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterbildungsangebote, Mentoringprogramme und neue Karrierewege für erfahrene Mitarbeiter. Gespräche über die letzten Berufsjahrzehnte sollten deutlich früher beginnen.

Nur wenn Unternehmen das Wissen und die Erfahrung älterer Arbeitnehmer gezielt nutzen, können Fachkräftemangel, demografischer Wandel und die Belastung der Sozialsysteme langfristig abgefedert werden.

Ein Jobwechsel mit 60?

Für Karrierecoach Ines Schöffmann längst keine Ausnahme mehr. Erfahrung, Verlässlichkeit und Fachwissen werden am Arbeitsmarkt zunehmend geschätzt – vorausgesetzt, ältere Bewerber präsentieren sich modern und selbstbewusst. Warum nicht das Alter, sondern oft veraltete Bewerbungsstrategien das größte Hindernis sind, zeigt ein Beitrag der „Salzburger Nachrichten“.

https://www.sn.at/leben/karriere/jobwechsel-mit-60-tipps-von-karrierecoach-ines-schoeffmann-art-578197

3 Dinge werden wir vermissen, wenn die Boomer den Arbeitsmarkt verlassen

Wenn die Babyboomer den Arbeitsmarkt verlassen, geht mehr verloren als nur Arbeitskraft. Laut Soziologe Heinz Bude könnten vor allem Pragmatismus, Gelassenheit und Teamfähigkeit fehlen – Eigenschaften, die diese Generation über Jahrzehnte geprägt hat. Warum gerade jüngere Generationen heute wieder verstärkt auf die Lebenserfahrung der Boomer schauen, zeigt der Beitrag von https://t3n.de/news/boomer-arbeitsmarkt-drei-dinge-die-fehlen-werden-1613731/